Holgers Blog

Wanderbaustelle oder Handschrift des Bauarbeiters Teil 2

Heute ist das Schild um ca. 80m nach Osten gewandert:

Radweg am Rudolfplatz Auch in Geisterradelrichtung

Außerdem steht das gleiche Oxymoron nun auch in Gegenrichtung, damit die Geisterradler auch was zu lachen haben!

Handschrift des Bauarbeiters

Heute morgen am Rudolfplatz….

Radweg am Rudolfplatz Handschriftlich

Prioritäten

In meinem letzten Blogeintrag habe ich ja bei der Stadt noch mal nachgefragt, wann sich die Stadt bequemt ihr Radverkehrsführungen der aktuellen Rechtslage anzupassen. Eigentlich hätte dies schon unmittelbar nach der StVO-Novelle von 1997 geschehen müssen, am 1.9.2009 wurde in einer weiteren Novelle noch mal verdeutlicht, dass Radwege bestimmte Mindeststandards erfüllen müssen und dass die Anordnung einer Benutzungspflicht die Ausnahme und nicht der Regelfall sein soll.

Hier nun die Antwort auf meine Nachfrage:

Datum: 02.03.2010 07:42

Sehr geehrter Müller,

Ihre  mail habe ich erhalten.
Die widirgen Wetterverhältnisse der letzten Wochen haben die
Radwegeproblematik nicht aus der Welt geschaffen - das ist klar. Wir sind
auch weiterhin bemüht, die Problematik in den nächsten Wochen anzugehen.
Allerdings: nicht morgen und nicht in der nächsten Woche (es sind noch
andere Themen hinzugekommen, die kurzfristig in die Bearbeitung aufgenommen
wurden, wie Neuregelung der Parkgebühren in Bergisch Gladbach,von denen ich
Ende des letzten Jahres noch keine Informationen hatte- diese Sache hat
z.Zt. Vorrang, so dass die Problematik der Radwege als 2.ter Punkt auf
meiner Arbeitsliste steht).

Insofern bitte ich um Verständnis.

Mit freundlichem Gruß
Im Auftrag

R. U.
Stadtverwaltung Bergisch Gladbach
-Verkehrslenkung-

Das muss man sich mal vorstellen! Die Neuregelung von Parkgebühren hat Vorrang vor der Überprüfung ob die Verkehrsführungen den Vorschriften entsprechen.

Im Klartext:

:!: Eine Gebührenneugliederung hat für die Stadt Bergisch Gladbach höhere Priorität als die Verkehrssicherheit!

Mein Unverständnis hierüber habe ich natürlich geäußert:

Sehr geehrter Herr U.,

vielen Dank für ihre schnelle Antwort. Ich selbst komme erst
heute dazu Ihre Mail zu erwiedern.

> Wir sind
> auch weiterhin bemüht, ...
> ... Insofern bitte ich um Verständnis.

Dafür, dass es bei der Stadtverwaltung vielfältige Aufgaben gibt die zu
erledigen sind und die Priorisierung erfordern, habe ich Verständnis,
Unverständnis ruft bei mir allerdings hervor, dass ParkGEBÜHREN
Vorrang vor der Verkehrssicherungspflicht haben können.

Mit freundlichen Grüßen
        Holger Müller

Es wird Frühling in der Stadt

Da die Schneeberge so langsam verschwunden sind wurde am Samstag das gute Wetter genutzt um mit Rädern und Familie diverse Dinge in der Stadt zu besorgen. Allerdings scheinen die Autofahrer noch nicht wieder mit Radfahrern zu rechnen.

Schon morgens auf dem Weg zum Becker meinte ein S-Klasse Fahrer aus Wesel durch mehrfaches Hupen seinen Anspruch an der Fahrbahn geltend machen zu müssen, um mich dann trotz Gegenverkehr mit ca.10cm Seitenabstand überholen zu müssen. Auf dem Rückweg schnitt mich dann noch ein Kleinwagenfahrer ähnlich knapp, liess dabei aber die Finger von der Hupe.

Nach dem Frühstück ging es erst zu einem Elektromarkt, als wir an die Kreuzung Cederstraße/Richard-Zanders-Straße kamen wurde dort gerade von der Polizei ein Unfall zwischen einem LKW und einem Radfahrer nachgestellt. Ob es sich dabei noch um Untersuchungen zu dem tödlichen Unfall von 2007 handelt vermag ich nicht zu sagen.

Hauptstraße

Danach ging es Richtung Innenstadt, der Weg dorthin ist für Radfahrer eine ziemliche Zumutung, kann aber durch passend geparkte Fahrzeuge noch ein wenig „spannender gestaltet werden:

Parken in der Hauptstraße

Als meine Frau die beiden Damen im Fahrzeug auf ihre Parkposition ansprach, drehten diese sich weg und ignorierten sie. Als ich jedoch zu meiner Kamera griff, konnte der Weg gar nicht schnell genug geräumt werden ;-).

Nachfrage bei der Stadt

Heute hab ich es dann geschafft, mal bei der Stadt nachzufragen, wie weit denn die internen Gespräche zum Thema Radverkehrsführung fortgeschritten sind. Im November letzen Jahres wurde mir versprochen, dass ich im Dezember bzw. Anfang dieses Jahres Informationen darüber erhalten würde. Siehe auch meinen Eintrag zum Thema Reaktionszeit.

Hier meine heutige Mail:

Re: Radwegsicherung auf dem Refrather Weg
R.U....@stadt-gl.de
Kopie: 
P.K...@stadt-gl.de
Datum: 01.03.2010 20:05:53
   
Sehr geehrte Herr U.,

Ende Oktober vergangenen Jahres sandte ich eine E-Mail bezüglich
eines Unfalls auf dem Refrather-Weg und der allgemeinen Radwegsituation
in Bergisch Gladbach an die Stadt, welche an Sie als für diesen
Themenbereich zuständige Person weitergeleitet wurde.

Am Mittwoch, den 11 November 2009 10:17:52 schrieb R.U...@stadt-gl.de:
> Sehr geehrter Herr Müller,
>
> Ihr Schreiben vom 30.10.2009 wurde mir zwecks Beantwortung zugeleitet.
>
> Da  bezüglich der Radwegproblematik in Bergisch Gladbach noch Gespräche
> sowohl mit der Polizei als auch mit der Kreisverwaltung und intern statt
> finden werden, ist mit einer Beantwortung Ihres  Schreibens nicht vor Mitte
> Dezember, ggf.  erst zu Beginn des nächsten Kalenderjahres zu rechnen.

Ich habe Verständnis dafür, falls die durch den strengen Winter
entstandenen Schäden auf den Bergisch Gladbacher Straßen die Priorität
zunächst auf die generelle Verfügbarkeit der Verkehrswege gelegt wird,
jedoch ist es nun Anfang März und es würde mich schon interessieren
inwieweit Ihre Gespräche zu ersten Ergebnissen geführt haben.

Persönlich habe ich auch während des Winters mein Fahrrad z.B. zum Erreichen
der Strassenbahnhaltestelle in Refrath genutzt und konnte auf Grund der
Räumzustände der Radwege diese in der Regel nicht nutzen.
Des Weiteren fühlte ich mich auf der Fahrbahn auch keinesfalls als
besonders gefährdet. Besonders im Stadtteil Refrath viel mir auf,
dass mir auf der Fahrbahn im Gegensatz zu den fahrbahnbegleitenden
Radwegen an der Dolmanstraße keinerlei "Geisterradler" entgegenkamen.
Im Bereich Siebenmorgen ist dieser Weg auch ohne Eis und Schnee unbenutzbar,
da z.B. Richtung Süden die Restbreite am Buswartehäuschen nur noch 40cm 
beträgt.
In Richtung Norden kann man mit dem Rad nicht den geforderten Mindestabstand
zu geparkten KFZ (1m) einhalten. Weiterhin fehlt die bauliche Trennung oder
weiße Trennline zum Gehweg. Auch die BASt konnte bisher in ihren Studien
kein eröhtes Risiko durch die Nutzung der Fahrbahn durch Radfahrer
nachweisen (z.B. Unterreihe Verkehrstechnik: V184). Lediglich einige
KFZ-Führer die nicht erkannten, dass der Radweg unbenutzbar war,
glaubten mich durch Betätigen der Hupe,
Handzeichen oder Schneiden auf den Radweg hinweisen zu müssen.
Einmal wurde ich dabei auch als Idiot tituliert. Dieses Verhalten
fällt mir besonders dort auf, wenn eine Radwegbeschilderung vorhanden
ist, an Straßenteilen ohne Benutzungspflicht sind solche "erzieherischen"
Maßnahmen der Autofahrer wider besseren Wissens deutlich seltener.

Mit freundlichen Grüßen
    Holger Müller

Et hätt noch immer jot jejange oder Baustellenabsicherung auf Kölsch

Am Donnerstag laß ich in Highners Blog von der aktuellen Radwegbeschilderung am Rudolfplatz. Hier ist zur Zeit eine Baustelle, auf der die Bauaufsicht anscheinend mit Kölner Gründlichkeit arbeitet.

Durch Highners-Beitrag fühlte ich mich ermutigt die Kölner Straßenverkehrsbehörde und den Fahrradbeauftragen der Stadt Köln über diesen Zustand zu Informieren. Als ich mich heute Abend auf den Heimweg machte, fand ich tatsächlich eine Änderung vor!

Dies ist meine Mail zu der geänderten Situation:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Am Donnerstag, den 11 Februar 2010 10:14:06 schrieben Sie: 
strassen-verkehrstechnik@stadt-koeln.de:
> Sehr geehrte Damen und Herren,
> Ihre E- Mail ist im Amt für Straßen und Verkehrstechnik eingegangen.
> Ihr Anliegen wird in die zuständige Fachabteilung weitergeleitet.

Es ging um den linksseitigen als benutzungspflichtig gekennzeichneten
gemischten Rad-/Fußweg am Rudolfplatz.

Anscheinend wurde die Situation begutachtet und im Zuge dessen die
fragliche Beschilderung an angegebener Stelle entfernt.
Allerdings wurde sie nicht wirklich beseitigt, sondern lediglich um 25m
weiter Richtung Ringe versetzt! Nun steht das Schild sogar an der engsten
Stelle des Weges. Ich kann nicht ersehen inwiefern diese Platzierung 
legaler sein soll, als die zuvor vorhandene?

Desweiteren habe ich keinen Hinweis darauf gefunden, dass dieser Weg
schon eine ähnlich rechtswidrige linksseitige Radwegbeschilderung
auffwies, als sich hier noch keine Baustelle befand.

Bitte begründen Sie mir doch, womit dann während der Existenz dieser
Baustelle, sich die Möglichkeit der linksseitigen Befahrbarkeit dieses
Weges ergibt?

Mit freundlichen Grüßen
        Holger Müller

P.S.: Et hätt noch immer jot jejange...
Ahne, es ist ja doch schon eine Person im Umfeld dieser Baustelle auf Grund
von Vorschriftsmißachtungen ums Leben gekommen... (auch wenn es
nicht auf dem Radweg war). Hoffen wir mal, dass es dabei bleibt!

Radweg am Rudolfplatz - nachher Radweg am Rudolfplatz - vorher

Update 22. Februar 2009

Am 18. Februar bekam ich dann eine Antwort auf meine zweite Mail.

Donnerstag 12:33:29
   
Sehr geehrter Herr Müller,
ich wollte Ihnen nur eine kurze Info zum Hinweis mitteilen. 

Die Beschilderung wird geändert, so dass ein gemeinsamer Geh-
und Radweg nur in eine Richtung freigegeben wird.
Vielen Dank noch einmal für ihren Hinweis. 

Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag 

H. C.

Und heute war das Schild in linksseitiger Richtung tatsächlich verschwunden!

Jetzt ohne Schild

Allerdings kam mir auf dem Weg trotz alledem ein Geisterradler entgegen und ich halte die weiterhin in rechtseitiger Fahrtrichtung angeordnete Benutzungspflicht immer noch für rechtswidrig und unverhältnismäßig.

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